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Lesen, bis die Augen zufallen

In meiner hauseigenen Bibliothek
In meiner hauseigenen Bibliothek

Seit ich als Volksschüler „Ein Kampf um Rom” von Felix Dahn verschlungen habe, lassen  mich Bücher nicht mehr los. Meine Interessen und mein Geschmack haben sich gewandelt, aber ich mag kein Buch wegwerfen.

Das Ergebnis sind zigtausende Bücher in allen Räumen - im Keller und unter dem Dach.

Literarisch bin ich ein Verehrer von Thomas Mann, sammle seine Romane, seine Briefe und auch alles, was Mitglieder seiner bemerkenswert kreativen Familie geschrieben haben. Als Mitglied des Thomas-Mann-Forums kämpfe ich darum, dass die Stadt München ihm endlich ein Denkmal widmet.

 
Für Einsteiger empfehle ich die Lektüre von „Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull”. Dort finden sie Sprachkunst und Unterhaltung in brillanter Kombination.
In meinem Raum für Politik und Geschichte ist ein Schwerpunkt der Widerstandsgruppe um den 20. Juli gewidmet. Ich kaufe alles zu diesem Thema, zu dem mich vor allem zwei Fragen bewegen. Warum ist der Umsturzversuch gescheitert, und auf welcher Seite hätte ich gestanden, wenn ich ein paar Jahre früher geboren wäre?
Von den historischen Politikern bevorzuge ich jene, die gut schreiben können. Dazu zählen Otto von Bismarck und der hoch gebildete Theodor Heuss, der als Chefredakteur einer Tageszeitung in Heilbronn gearbeitet hat, bevor er Bundespräsident wurde. Faszinierend sind auch das Werk und das Leben von Winston Churchill. Viele wissen nicht, dass dieser besessene Politiker einen Nobelpreis erhalten hat - für Literatur.

Mit einem schönen Buch in unserem Garten
Entspanntes Lesen in unserem Münchner Garten

Mein lebenslänglicher Kummer ist, dass ich nicht genügend Zeit habe, all die Bücher zu lesen, die ich besitze und kaufe. Erschwerend kommt hinzu, dass ich Bücher zum zweiten Mal lese, die mir früher gefallen haben.

Ich empfinde anders als vor vierzig Jahren. Deswegen lohnt sich Wiederlesen, so wie ich mir zum zwanzigsten Mal den „Faust” oder „Dantons Tod” oder den geliebten Film „Der dritte Mann” ansehe. Ich entdecke immer Neues und genieße Bekanntes.
Das Ergebnis meiner Versäumnisangst ist ein Bett voller Bücher, in denen ich portionsweise lese, bis mir die Augen zufallen. Mein Trost ist ein Wunsch des argentinischen Schriftstellers Jorge Luis Borges. Der hat gesagt, er stelle sich das Paradies wie eine große Bibliothek vor.