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Fußball von unten und von oben

Auf der Ehrentribüne mit Edmund Stoiber
Auf der Ehrentribüne beim FC Bayern mit Edmund Stoiber und
dem ehemaligen israelischen Staatspräsident Shimon Peres 

Meine Leidenschaft für Fußball zerfällt in zwei Phasen. Eine kurze auf dem Rasen und eine lange auf der Tribüne. Als Schüler kickte ich in Straßenmannschaften mit gut organisierten Turnieren und in der Jugend des SV Darmstadt 98. Diesem ersten Verein meines Lebens konnte ich in einer schwierigen Situation
helfen. Mit Unterstützung des großzügigen Uli Hoeneß konnten wir eine Finanzkrise abwenden. Für die nächste Saison in der zweiten Liga habe ich wieder Dauerkarten gekauft.
Mit meinem Spieltalent konnte ich nicht zufrieden sein. Als rechter Verteidiger war ich einfach nicht schnell genug für Vereinsfußball.

Immerhin reichte es zum Mitspielen in Pressemannschaften in Wuppertal, Nürnberg und Düsseldorf. Später in München spielte ich manchmal in so genannten „Prominenten-Mannschaften" für wohltätige Zwecke. Opernsänger, Schauspieler und Journalisten versuchten, sich gegenseitig nicht zu verletzen. 
Umso spannender verlief meine Karriere als Funktionär. Auf der Tribüne des FC Bayern München, wo ich bei jedem Heimspiel zu finden war, fragte mich im Jahre 1992 Edmund Stoiber, ob ich im Verwaltungsbeirat des Vereins mitwirken wolle. Gern. In diesem ehrenamtlichen Gremium blieb ich vierundzwanzig Jahre.
Eine viel gewichtigere Aufgabe konnte ich 2003 übernehmen, als ich bei Gründung der FC Bayern München AG in den Aufsichtsrat berufen wurde. Die neuen Mitglieder hatten wichtige Entscheidungen zu treffen.
Zusammen mit so unterschiedlichen Fußballkennern und Temperamenten wie Franz Beckenbauer, Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge konnte ich daran mitwirken, den FC Bayern München über viele Jahre geschäftlich und sportlich auf höchstem Niveau zu halten und zu einer Weltmarke zu entwickeln.

Uli Hoeneß schenkt mir ein FCB Trikot als ich noch jünger war
Uli Hoeneß schenkt mir ein FC Bayern Trikot, als ich noch jünger war

In diese Zeit fiel der Bau der Allianz-Arena, eine Erfolgsgeschichte ohne Beispiel. Das vereinseigene Stadion ist komplett finanziert, wirft Gewinn ab und ist mit mehr als 70 000 Zuschauern immer ausverkauft. Diese Fußballfans bringen Umsatz und Steuern in die Stadt.
Ich betone das ausdrücklich, damit die Widerstände gegen das großartige Projekt nicht vergessen werden. Mit Schaudern denke ich daran, wie kleinkariert eine rot-grüne Koalition diese phantastische Bürgerinitiative behindert und gestört hat. 
Der Oberbürgermeister, der sich bei dem Münchner Erfolgsclub so wenig wie möglich sehen ließ, war mehr eine Bremse als ein Förderer. Wir mussten uns anstrengen, damit eine Bürgerabstimmung in München die Fußball-Arena nicht zu Fall bringen konnte. Für mich war diese Zeit ein Lehrstück in Kommunalpolitik.
Zum Glück haben mutige Unternehmer und ein professionell geführter Verein sich gegen die Verbieteriche und Bedenkenträger durchgesetzt.